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Reihe A

In den zehn Mittwochskonzerten wollen wir Sie einmal mehr in sinfonische Welten entführen, die auf den ersten Blick utopisch erscheinen.

Sei es mit Beethovens Neunter Sinfonie (A10), deren Freudenbotschaft einer weltumspannenden Brüderlichkeit schon bei ihrer Uraufführung als musikalische Einlösung dieser Utopie empfunden wurde, oder mit den utopischen Klanglandschaften eines Anton Bruckner, die von dem lettischen Komponisten Pēteris Vasks eine sanfte Kommentierung erfahren (A6).

Darüber hinaus erkundet die Jenaer Philharmonie mit den Aufführungen von Franz Schuberts „Unvollendeter“ (A3), die als die sinfonische Realisierung von dessen eigener „Traum“-Erzählung verstanden werden kann, sowie von Peter I. Tschaikowskys 1. Sinfonie „Winterträume“ (A4) die Welt zwischen Realität und Utopie.

Dies gilt auch für den Ort, „Wo die schönen Trompeten blasen“ (A7) mit Musik von Smetana, Mahler, Tomasi und Brahms, zu dem Sie GMD Marc Tardue und der Trompeter Reinhold Friedrich mitnehmen wollen. 1945 flüchteten sich Gavrili Popov mit seiner Cello-Arie „In memoriam“ und Dmitri Schostakowitsch mit seiner 9. Sinfonie gleichsam als musikalische Chamäleons in die utopischen Gefilde der Musik (A8), entsprachen diese Werke doch gar nicht den damals von Stalin erwarteten Jubel-Arien und Sinfonien.

Nicht erst in der Neunten stieß Ludwig van Beethoven die Pforten der musikalischen Utopie auf, sondern bereits in seiner 1800 komponierten 5. Sinfonie (A9). Mit ihrem markanten Achtelmotiv am Anfang und der grandiosen Überleitung des Fugato im 3. Satz zum triumphalen Schluss-Allegro stellte Beethoven einmal mehr unter Beweis, dass aus alten Formen Neues entstehen kann.

Ein neuer Geist in alten Formen kommt auch im Concerto grosso des Frankfurter Komponisten Andreas Hepp und der 2. Sinfonie von Jean Sibelius (A1) ebenso zum Ausdruck wie im Konzertanten Divertimento von Nino Rota und der 6. Sinfonie von Carl Nielsen (A5).

Schließlich widmet sich die Jenaer Philharmonie mit der 1926 in Weimar uraufgeführten „Ungarischen“ 7. Sinfonie (A2) von Waldemar von Baußnern zu dessen 150. Geburtstag einem „vergessenen“ Komponisten. Von Brahms und Wagner gleichermaßen angeregt, fand er schon bald seinen unverwechselbaren eigenen Stil. In der Siebten setzte er seiner siebenbürgischen Heimat als dem Land seiner Kindheit, in dem frei nach Ernst Bloch der „Geist der Utopie“ webt, ein faszinierendes Denkmal.




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Mittwoch 12.04.2017

A8: Chamäleonmusik (12.04.2017)

Weinberg, Kabalewski, Popow, Schostakowitsch

Musik / Konzerte

Volkshaus Jena

20:00 Uhr

Mittwoch 10.05.2017

A9: Flämische Weisen (10.05.2017)

Roussel, Coryn, Beethoven

Musik / Konzerte

Volkshaus Jena

20:00 Uhr

Mittwoch 31.05.2017

A10: Utopie? - Freudenklänge (31.05.2017)

Beethoven

Musik / Konzerte

Volkshaus Jena

20:00 Uhr



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