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Riesenbegeisterung...

...für Marius Sima und Gastdirigentin Kristiina Poska - Die Jenaer Philharmonie löste im Publikum Wellen der Begeisterung aus, wie auch Rezensent Hans Lehmann zum 5. Freitagskonzert am 3. März 2017 im Jenaer Volkshaus erleben konnte.


Feinste dynamische Nuancen und Stimmungen ausgelotet


Foto: Kaupo Kikkas
Die Musikfreunde schienen zu ahnen, dass mit dem Programm unter dem Motto „Alte und neue Welten“ im Philharmonischen C-Konzert etwas Besonderes stattfindet, Riesenandrang. Am Dirigentenpult Kristiina Poska aus Estland: studiert hat sie u. a. bei unserem ehemaligen GMD Prof. Christian Ehwald in Berlin und wurde 2013 mit dem Dirigentenpreis des Deutschen Musikrates ausgezeichnet.

Kristiina Poska begann das Konzert mit der Sinfonie Nr. 1 op. 9 des Amerikaners Samuel Barber (1910-1981), ein für traditionelles Formgefühl ungewöhnliches Werk in einem Satz. Dramatisch, zuweilen tänzerisch anmutend aber auch kurze romantische Momente, für alle Orchestergruppen, insbesondere die Bläser höchst virtuose Anforderungen stellend und von ihr souverän geleitet.
Hier ist ein Spitzenorchester gefragt, was auch für das Violinkonzert in D-Dur von Igor Strawinsky zutrifft und zugleich für Jena eine Premiere.1931 im Haus des Berliner Rundfunks uraufgeführt, ist es damals eine der ersten Live-Übertragungen gewesen. Paul Hindemith in den Reihen des Publikums anwesend. Er hatte Strawinsky zur Komposition dieses Werkes überreden müssen. Strawinsky bricht mit den formalen Traditionen aller bekannten Violinkonzerte vergangener Epochen in D. Man wird in den vier Sätzen Zeuge des kompositorischen Umbruchs seiner Zeit im Umgang mit dem Überkommenen. Eine geradezu grotesk wirkende Toccata am Anfang. Der Solist muss sich auf ungewöhnlich virtuose Weise dem Riesenbläserarsenal stellen, dann über zwei Arien hinweg, wobei letztere so etwas wie melodischen Atem für ihn lässt, im Zusammenspiel. Am Ende ein Capriccio, die Kontrahenten finden zu einer Art Dialog. Konzertmeister Marius Sima dabei als Solist zeigt sich dabei einmal mehr als Meister seines Faches und wird von Kristiina Poska mit dem Orchester in allen seinen Instrumentengruppen analog begleitet. Erste Beifallsstürme aus den Reihen des Publikums.

Die Wiedergabe der populären Sinfonie Nr. 9 in e-Moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák konnte nach solchen Gipfelleistungen noch zu einer weiteren führen, sozusagen zum abschließenden Höhepunkt des Abends. Wie die Dirigentin jede Phase der vier Sätze mit dem Orchester bis in feinste dynamische Nuancen und Stimmungen auszuloten vermochte einschließlich der gewohnten Blechbläser- und Holzbläserpracht, feinsten Streicherklängen und natürlich dem berühmten Largo auf dem Englisch-Horn geblasen, einfach fantastisch. Da blieben bis zum grandiosen Finale keine Wünsche offen. Die Dirigentin und das Orchester wurden vom Publikum mit Bravo-Rufen und nicht enden wollenden Beifall gefeiert.

 


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