50 Jahre Madrigalkreis der Jenaer Philharmonie

Madrigalkreis

„Kinder, wir müssen doch zusammen singen“, so lauteten in Hans Lehmanns Erinnerung die Worte von Günter Blumhagen an jenem Abend im November 1967, an dem, im gemütlichen Ausklang eines Telemann-Abends der Akademischen Orchestervereinigung im Studentenkeller „Zur Rosen“, die Gründung des Jenaer Madrigalkreises beschlossen wurde. Ein paar Wochen später, es war Januar 1968, saßen die Sängerinnen und Sänger der ersten Stunde zusammen in Lehmanns Wohnzimmer, Am Holzmarkt 17. Dort, wo heute ein Hotel steht. Im zweiten Obergeschoss des damaligen Max-Reger-Musikhauses, dessen Leiter der Buchhändler und Musikwissenschaftler Hans Lehmann war, fand das Ensemble sein erstes Probendomizil.

Auf dem Programm standen zunächst einfache Liedsätze und Motetten von Heinrich Schütz. Das Ehepaar Blumhagen gehörte ebenso zu den ersten Mitgliedern wie Musiklehrer Karl Müller-Schmied nebst Gattin, Oratoriensänger und Internist Dr. Eckhard Zinßer, die Sopranistin Ursula Schilling, Inge Delitz, die seinerzeit im Max-Reger-Musikhaus Schallplatten verkaufte oder Eveline Siebert, die heute noch in der Kantorei St. Michael singt, sowie das Ehepaar Johanna und Hans Lehmann, welcher bis heute als Kritiker für die Jenaer Lokalzeitungen kein Programm des Madrigalkreises verpasst, um nur einige zu nennen.

Rasch genoss der Madrigalkreis einen Ruf, der weit über die Stadt hinaus ging. Anfragen für Auftritte des Blumhagen-Kammerchores kamen bald aus Weimar, Thalbürgel, Berlin, es folgten auch internationale Verpflichtungen. Nach Günter Blumhagen führten Wolfram Huschke, dann Jürgen Puschbeck das Ensemble, ehe Chordirektorin Berit Walther die künstlerische Leitung übernahm.

Heute ist der Chor Mitglied im Verband Deutscher Konzertchöre. Sein Repertoire reicht von Madrigalen und Motetten der Renaissance, des Barock, der Romantik und der Moderne bis hin zu chorsinfonischen Werken vorwiegend aus dem barocken Bereich. Auch Kantaten und Messen sind fester Bestandteil der Chorarbeit. Der Chor schätzt und pflegt den engen wie regelmäßigen Austausch mit nationalen und internationalen Kammerchören.

Sein 50-jähriges Bestehen feiert der Madrigalkreis in diesem Jahr mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche St. Michael am Sonntag, 2. September, ab 10 Uhr. Es erklingen vier Motetten von Heinrich Schütz sowie eine Komposition von Jürgen Golle. Herzlich eingeladen dazu sind alle Freunde guter Chormusik – allen voran aber jene, die 1968 in Lehmanns Stube den Grundstein legten für den Jenaer Madrigalkreis.

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