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Neu- und Wiederentdeckungen interessanter Werke von Komponisten, die in der Sowjetunion gelebt haben

Daniel Raiskin  ©Künstler
Ramon Jaffé  ©K+ünstler

Dietmar Ebert über das Konzert „Chamäleonmusik“ der Jenaer Philharmonie am Mittwoch, 12. April 2017 unter der Leitung von Daniel Raiskin im Jenaer Volkshaus

Künstlerische Ehrlichkeit und Empathie Raiskins und der Musiker erzeugten ein klares Klangbild

In diesem Konzert erklangen vier Werke von Komponisten, die in der Sowjetunion gelebt haben. Ihr Werk ist auf dem schmalen Grad zwischen dem Finden einer eigenen Musiksprache, dem Verstecken von musikalischen Zitaten und dem Bedienen von musik-ästhetischen Vorgaben angesiedelt. Dabei ist es nicht hilfreich, sich der Shdanovschen Begriffe, etwa des sozialistischen Realismus und des Formalismus zu bedienen, auch wenn man sie im Nachhinein kritisch bewertet, können sie selbst ex negativo die Vielfalt der musikalischen Formen nicht erfassen. Genau hinzuhören ist oberstes Gebot.

Daniel Raiskin leitete die Jenaer Philharmoniker mitreißend und subtil. In Mieczysław Weinbergs „Rhapsodie über moldawische Themen“ op.47.1 aus dem Jahre 1949 trafen er und das Orchester in feinen Lyrismen, z. B. zwischen Oboe, Klarinetten, Flöten und 1. Violine ebenso wie in den Märschen und Tänzen genau den Ton dieser Komposition, die von moldawisch-jüdischer Folklore inspiriert ist.

Ein bisschen erinnerte Weinbergs Stück an die Rumänischen Tänze von Béla Bartók, ein bisschen an die Musik seines Vorbildes Dmitri Schostakowitsch. Weinberg, in Polen geboren, konnte vor den Nazis in die Sowjetunion flüchten, war aber nach Ende des 2. Weltkrieges auch hier nicht sicher. Als Stalin 1948 eine „jüdische Weltverschwörung“ witterte, war auch er massiv bedroht. Sein Überleben verdankte er dem Einsatz Schostakowitschs für ihn. Mehr wohl noch dem Tod des Diktators. In der Sowjetunion und im späteren Russland war seine Musik lange Zeit vergessen. Seit der szenischen Aufführung seiner Oper „Die Passagierin“ im Bregenzer Festspielhaus 2010, wird er in ganz Europa entdeckt. Nun ist seine Musik dank der Programmgestaltung von Daniel Kernchen auch in Jena angekommen. Auch wenn das Konzert nicht gut besucht war, allen, die es besucht haben, wird der Name Mieczysław Weinberg in guter Erinnerung bleiben.

Von Dmitri Kabalewski heißt es allgemein, er sei ein „linientreuer Komponist“ gewesen, der durch optimistische Kompositionen, die Vorgaben der sowjetischen Funktionäre erfüllte. Doch auch ein anständiger Mensch, der nach Stalins Artikel „Chaos statt Musik“, der Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ verdammte, sich nicht an den Schmähungen von Dmitri Schostakowitsch beteiligte.
Etwa ab dem Jahre 1960 wird seine Musik differenzierter, die musikalischen Mittel werden reicher und Kabalewski entwickelte durchaus einen eigenen Stil. Das gilt auch für sein zweites Cellokonzert aus dem Jahre 1964.

Ramon Jaffé verstand es ausgezeichnet, die innere Struktur und feine harmonische Differenzierung dieses Konzert zum Ausdruck zu bringen. Im 1. Satz, der mit einem Zupfen der Saiten beginnt, zeigte der Cellist beeindruckend, wie Kabalewski Soloinstrument und Orchester in Spannung bringt. Er beeindruckte besonders mit der virtuosen Kadenz des Kopfsatzes, ehe dieser mit dem Zupfen der Saiten in einer Ringstruktur verklingt. Spannung und Dramatik atmet auch der schnelle zweite Satz mit einer Kadenz, die höchste Ansprüche an den Solisten stellt. Ramon Jaffé wurde ihnen scheinbar mühelos gerecht. Im lyrischen Finalsatz zeigte sich Jaffé als Meister des „ausdrucksvollen Gesangs“ auf seinem Instrument. Das Jenaer Publikum spendete herzlichen Beifall für die Interpretation eines Werkes, das sehr zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist und das von Ramon Jaffé mit großer künstlerischer Reife interpretiert wurde.
Diese Reife des „Gesangs auf dem Cello“ stellte er auch in Gawriil Popows „Sinfonischer Arie für Violoncello und Streichorchester“ op. 43 unter Beweis. Die lyrische, fast elegische Komposition war ursprünglich für Sergej Eisensteins Film „Beshinwiese“ (1935) gedacht. Dieser Film konnte die Zensur nicht passieren. Gawriil Popow versah sie 1945 mit der Widmung „In Memoriam A.N. Tolstoi“. Auch diese sehr selten zu hörende Musik war in der Interpretation von Ramon Jaffé eine bemerkenswerte Entdeckung.

Die Aufführung von Schostakowitschs 9. Sinfonie in Es-Dur, op. 70 unter Daniel Raiskins Stabführung bildete den Höhepunkt des Abends. Der Komponist schrieb sie nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Jewgeni Mrawinski und die Leningrader Philharmoniker hoben das Werk am 3. November 1945 aus der Taufe. Die 9. Sinfonie ist kein monumentales Werk, keine pompöse Siegesfeier. Sie ist eher eine Erinnerung an die Opfer des 2. Weltkrieges, allerdings ohne jedes Pathos. Sie ist durch versteckte Zitate in der Gegenwart ihrer Entstehung verankert und spielt mit Zukunftswünschen. Die Jenaer Philharmoniker hatten ein feines Gespür für die Ironie, das Burleske, Komödiantische und Verspielte entwickelt, etwa im Zusammenspiel von Holzbläsern und 1. Violine. Blechbläser und Schlagwerk brillierten vor allem in den vorwärtsdrängenden und marschartigen Passagen des 3. Satzes und des Finalsatzes. Sehr nuanciert und ergreifend spielte Manfred Baumgärtner das Fagott-Solo im vierten Satz. Die künstlerische Ehrlichkeit und die Empathie, mit der Daniel Raiskin und die Jenaer Philharmoniker Dmitri Schostakowitschs 9. Sinfonie spielten, erzeugten ein klares Klangbild, in der alle Instrumentalistinnen und Instrumentalisten ihr ganzes Können einbrachten. Gerade mit seiner 9. Sinfonie ist Schostakowitsch ein Meisterwerk gelungen, in dem
er seine ganz eigene Tonsprache entwickelt hat. Auch wenn er Selbstkritik üben musste und ein zweites Mal geächtet wurde, seine Musik gibt ihm recht. Vielleicht steht sie uns deshalb so nah.

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