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Simon Gaudenz entdeckte mit den Jenaer Philharmonikern Ernest John Moerans „Sinfonie in g-Moll“

Simon Gaudenz dirigiert das Saisoneröffnungskonzert der Jenaer Philharmonie der Spielzeit 2017-2018  ©JenaKultur/Christoph Worsch

Dietmar Ebert über das Konzert zum Saisonauftakt am vergangenen Mittwoch, den 4. Oktober 2017 im Jenaer Volkshaus

Außergewöhnliches Saisoneröffnungskonzert

Die Saison der Jenaer Philharmonie wurde mit einem außergewöhnlichen Konzert unter der Stabführung des designierten Chefdirigenten Simon Gaudenz eröffnet.

Zu Beginn erklang das Klavierkonzert Nr. 1 in d-Moll op.15 von Johannes Brahms. Die junge französische Pianistin Lise de la Salle spielte den Solopart mit beglückender Souveränität und großer Intensität des Ausdrucks. Bereits im sinfonisch anmutenden Kopfsatz gelangen Balance, Dialog und Zusammenklang zwischen Lise de la Salle und den von Simon Gaudenz geleiteten Philharmonikern vorzüglich. Die Pianistin war bei den kraftvollen und gesanglichen Passagen des Kopfsatzes ganz in ihrem Element und konnte in der Kadenz des 1. Satzes ihre spieltechnische Brillanz voll entfalten. Ihr Spiel im lyrisch-elegischen Adagio ließ einen Gruß an Robert Schumann ahnen, und im 3. Satz führten Lise de la Salle und das Orchester ihr gemeinsames Konzertieren zu einem glanzvollen Finale. Sie bedankte sich für den herzlichen Applaus mit einer Klavierversion von Schumanns „Du meine Seele, du mein Herz“. Dieses Lied hatte Robert Schumann auf einen Text von Friedrich Rückert komponiert.

Im zweiten Teil dirigierte Simon Gaudenz die in Deutschland kaum bekannte Sinfonie in g-Moll von Ernest John Moeran (1894-1950). Der Komponist war im 1.Weltkrieg von einem Granatsplitter schwer am Kopf getroffen worden, der nie vollständig entfernt werden konnte. Er litt lebenslang an Kopfschmerzen und Depressionen. In seiner Sinfonie griff er die Widersprüche zwischen Zivilisation (Städte) und Landleben in der Moderne, das Leiden an seiner Zeit und sich selbst auf. Die vier Sätze sind wechselnde Stimmungsbilder oder vielleicht besser Tongemälde, ähnlich wie bei Sergej Rachmaninow.

Großer Ernst und wahre Leidenschaft

Simon Gaudenz und das Orchester hatten sich des Werkes mit großem Ernst und wahrer Leidenschaft angenommen. Wie die Philharmoniker in allen Orchestergruppen bereits im „Adagio“ ein dunkel getöntes Klangbild zu Gehör brachten, in das hin und wieder ein Lichtstrahl fiel, zeigt, wie bestens disponiert alle waren. Im zweiten Satz ließen Gaudenz und die Philharmoniker eine ruhige Stimmung des Landlebens und im Scherzo ein munter-lebendiges Klangbild erstehen. Der Satz begann mit einem liedhaften Oboen-Solo, Flöten und Klarinette übernahmen das Thema. Die friedliche Stimmung wurde durch harte Paukenschläge beendet. Simon Gaudenz ließ vor allem die scharfen Gegensätze der Musik herausarbeiten. Im Finalsatz beschwor er eine „Orgie des Rhythmus‘“, eine versuchte Flucht in „Traumwelten“, der angstvoll-flirrende Streicherklänge und ein Finale folgten, in dem alle Albträume zu kulminieren schienen.
Das Orchester und vor allem Simon Gaudenz wurden vom Jenaer Publikum stürmisch und lange gefeiert. Der designierte Chefdirigent hat das scheinbar Unmögliche vollbracht: Er hat mit einem unbekannten, schwierigen Werk die Herzen der Jenaer Zuhörerinnen und Zuhörer gewonnen.

Er hat zudem dem Jenaer Publikum noch eine weitere Überraschung beschert. Der neue flexible Bühnenaufbau mit seinen Hubpodien gestattet eine stufenförmige Sitzordnung des Orchesters, sodass alle Musiker vom Saal aus für das Publikum sichtbar sind. Dadurch entsteht auch mehr Platz für alle Musikerinnen und Musiker des Orchesters. Die für das Konzert gewählte Sitzordnung mit den geteilten Violinen hatte nach meinem Eindruck zur Folge, dass der Streicherklang differenzierter war und die Soli der Celli besonders gut hörbar waren. Durch die Abstufung von Holzbläsern, Hörnern, Blechbläsern und Schlagwerk schienen mir auch in diesen Instrumentengruppen größere Differenzierungen möglich. Insgesamt war mein Höreindruck (vom linken Rang aus), dass das Spiel aller Instrumente freier geworden war und sich der Klang im Raum besser entfalten konnte.

Wie genau die von Simon Gaudenz angestrebte Nähe vom Orchester zum Publikum sitztechnisch am besten zu erreichen ist, dazu bedarf es sicher eines langen und intensiven Probierens. Vermutlich wird das auch bei jedem Stück anders sein. Das Konzert, das Simon Gaudenz zum Saisonauftakt dirigiert hat, es war zugleich ein Versprechen auf die Zukunft und ein „buchenswertes Ereignis“ (Thomas Mann), das uns Zuhörer gleichermaßen froh und nachdenklich gestimmt hat.

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