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Jenaer Philharmonie
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Carl-Zeiß-Platz 15
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Fax 03641 49-8105
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Jonas Zipf

„Widerstand und Freiheit“

Ferhan und Ferzan Önder mit der Jenaer Philharmonie unter Simon Gaudenz  ©JenaKultur/Christoph Worsch

Rezensent Dietmar Ebert findet, das mit „Widerstand und Freiheit“ überschriebene Konzert am 9. November 2017 im Jenaer Volkshaus (B2) war voller großer musikalischer Ereignisse und schreibt ausführlich darüber:

Technisch und interpretatorisch herausragend

Ein feste Burg

Zu Beginn des Abschlusskonzertes im Reformationsjahr 2017 spielte das Jenaer Philharmonische Orchester unter Simon Gaudenz Enjott Schneiders sinfonisches Gedicht „Ein feste Burg“, das 2010 in der Philharmonie Essen uraufgeführt wurde. Es ist sehr beeindruckend, wie der Luther-Choral entfaltet und variiert wird, wie das gesamte Orchester fast einen „Orgelklang“ annimmt, ehe eine ruhige Naturstimmung aufkommt, die als überkonfessionelles Ziel die Bewahrung der Schöpfung in sanfte Töne fasst. Applaus für eine großartige Interpretation durch das Jenaer Orchester und Simon Gaudenz. Ein Sonderapplaus galt dem anwesenden Komponisten.

Musikalische Opfer

Voller Transparenz und kristalliner Klarheit spielten die Zwillingsschwestern Ferhan und Ferzan Önder das 2. Ricercata aus Bachs „musikalischem Opfer“ in einer Bearbeitung für zwei Klaviere von Peter Benary (1931-2015). Benary stammte aus Thüringen. Er studierte Komposition und Musiktheorie bei Johann Cilenšek in Weimar und Musikwissenschaft bei Heinrich Besseler in Jena. In Bern war er der Kompositionslehrer von Simon Gaudenz. Dessen Intention war es, dass Benary mit seiner Bearbeitung der Bach’schen Ricercata nach Thüringen zurückkehren sollte. Die Schwestern Öder stellten all ihr musikalisches Können und alle ihre interpretatorische Ausdruckskraft in den Dienst dieser Aufgabe. Nahezu genial, dass es nach der Bach’schen Ricercata keine Pause gab. Ohne Übergang erklang das Konzert für zwei Klaviere und Orchester des türkischen Komponisten Fazil Say. Dem Stück zugrunde liegen friedliche Proteste gegen den Bau eines Einkaufszentrums im Istanbuler Gezi-Park, freudig und hoffnungsvoll ist der 1. Satz gehalten, er ist ebenso dem friedlichen Widerstand gewidmet wie das Nachtstück des 2. Satzes, ehe ein morgendlicher Sturm (Windmaschine) einsetzt. Aggressiv und in musikalischen Gewaltexzessen gipfelnd ist der dritte Satz „Polizeirazzia“ gestaltet. Nie habe ich Trompeten so erschütternd klagen und das gesamte Orchester so voller Schmerzen schreien hören. Ferhan und Ferzan Önder waren ideale Interpretinnen des Klavierparts. Angelegt hatte ihn Fazil Say wie die Stimmen zweier Geschwister, die sich umspielen und umschlingen. Im Kopfsatz nehmen sie hoffnungsfroh türkische Melodien auf, noch ist der Widerstand friedlich durch Gesang und Tanz geprägt. Im Mittelsatz sind sie wie verzaubert von den Bäumen des Parks, die sie bis in ihre Träume begleiten. Angstvoll klagen sie im Finalsatz, ehe langsam und voller Zögern Ruhe und eine leise Hoffnung in einem berührenden Schlussduett der beiden Klaviere aufscheint. Ferhan und Ferzan Önder vollbrachten an beiden Flügeln technisch und interpretatorisch eine herausragende Leistung. Das Jenaer Philharmonische Orchester und Simon Gaudenz waren ihnen ebenbürtige Partner.

Bereits in seinen einleitenden Worten zu Fazil Fays Stück und erst recht bei Simon Gaudenz‘ ausdrucksstarkem Dirigat wurde offenbar: Das war kein Repertoire-Stück, sondern die Aufführung von „Gezi Park 1“ war für Simon Gaudenz ein Herzensanliegen. Für dessen Verwirklichung setzte er alle ihm zu Gebote stehenden geistigen und seelischen Kräfte frei. Respekt für die musikalische Redlichkeit und Verantwortlichkeit, mit denen er Fazil Fays Stück zur Aufführung gebracht hat. Es ist ganz außerordentlich, wie das Orchester bei einem so schwierigen Werk allen seinen Intentionen folgte.

Als Zugabe spielten die Schwestern Önder ein Stück von Astor Piazolla, begleitet von drei Rhythmus-Instrumenten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer begannen leise mit zu swingen. Am Ende großer Jubel für ein Da Capo, bei dem Ferhan und Ferzan Önder alle Register ihrer pianistischen Virtuosität ziehen konnten.

Triumph des Rhyhthmus‘

Höhepunkt und Abschluss des Abends bildete Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur, op.92. Sie ist in Jena oft gespielt worden, aber ich habe sie nie in einer so geglückten Interpretation, mitreißend und doch fest geerdet, schwungvoll und zugleich alle instrumentalen Details voll ausleuchtend, gehört.

Bereits im Kopfsatz „Poco sostenuto-Vivace“ setzte Simon Gaudenz stark auf die rhythmische Rasanz der Musik. Das mag nicht jedermanns Sache sein, mich hat seine Interpretation überzeugt, sauber und mit traumwandlerischer Sicherheit erklangen die Passagen der Holzbläser, Hörner und Trompeten. Ein kraftvoller und transparenter Streicherklang voller Wärme war in allen vier Sätzen der 7. Beethoven-Sinfonie zu hören. Vor allem im „Allegretto“ ließ Simon Gaudenz alle musikalischen Details sehr fein und differenziert ausmusizieren, während er im fünfteiligen Scherzo und im stürmischen Finale ganz den rhythmischen Sog entfalten ließ, der für Beethovens 7. Sinfonie so charakteristisch ist. Die Pausen zwischen den vier Sätzen hielt Simon Gaudenz ganz kurz und erzielte damit eine Interpretation wie aus einem Guss. Großer Jubel für ein gelungenes Finale.

Mit Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur hat uns die Jenaer Philharmonie 1989 in eine neue Zeit begleitet, ihr Wiederhören unter Simon Gaudenz hat nachdenklich gestimmt und die Anregung gebracht, dass Freiheit, Recht und reformatorisches Vermögen täglich neu errungen werden müssen. Das mit „Widerstand und Freiheit“ überschriebene Konzert am 9. November 2017 war voller großer musikalischer Ereignisse und führte das Publikum zugleich in den Raum alltäglichen politischen Handelns. Es fügte sich würdig in alle Aktivitäten der Erinnerungskultur am 9. November in Jena ein.

Erlebniswert der Musik

Ohne Künftiges vorwegzunehmen, sei doch schon gesagt, dass die Art und Weise wie Simon Gaudenz seine Konzerte dirigiert, wie seine musikalische Ehrlichkeit und seine inspirierten Dirigate die Aufführung bekannter und unbekannter Werke zu einem nachhaltigen Erlebnis werden lassen, zu einem Aufbruch der Jenaer Philharmonie geführt und Bewegung ins Publikum gebracht hat. Deshalb die Bitte an alle Konzertfreunde: Erzählen Sie es in Betrieben und Instituten, in Hörsälen, Cafés und Kneipen: Es lohnt sich mehr denn je, Konzerte der Jenaer Philharmonie zu besuchen.

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