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Die Kunst musikalischer Bearbeitungen

Charles Olivieri-Munroe  ©Charles Olivieri-Munroe

Dietmar Ebert über das Konzert der Jenaer Philharmonie am Mittwoch, den 30. Mai 2018 im Jenaer Volkshaus unter Charles Olivieri-Munroe.

Stilsicher und mit feinem Klanggespür

Dirigent des Abends war der auf Malta geborene und in Kanada aufgewachsene Charles Olivieri-Munroe. In Kanada begann er auch seine musikalische Ausbildung, die er in Prag und Brünn fortgesetzt hat. Heute ist er Chefdirigent der Philharmonien in Krakau und Südwestfalen. Stilsicher und mit feinem Klanggespür führte er die Jenaer Philharmoniker durch Bearbeitungen kammermusikalischer Stücke für großes Orchester.

In Joseph Joachim Raffs Bearbeitung der Bachschen Chaconne d-Moll BWV 1004 für großes Orchester konnten die Besucher Bachs Kunst der polyphonen Gestaltung entdecken. So interessant Raffs Bearbeitung auch sein mag, manchmal drängte sich die Frage auf, ob nicht viel von der reinen und kristallinen Struktur, die Bachs Chaconne im Original aufweist, durch die Bearbeitung verloren gegangen ist. Mir scheint in Raffs Bearbeitung eine Tendenz des 19. Jahrhunderts sichtbar zu werden, die alles größer und größer haben möchte und dabei den Reiz des Originals überdeckt.

Rosa Donata Sailer, Johannes Tauber (Violine), Christian Götz (Viola) und Henriette Lätsch (Violoncello) spielten Arnold Schönbergs „Konzert für Streichquartett und Orchester nach dem Concerto grosso op. 6 Nr. 7 von Georg Friedrich Händel“ technisch makellos und sehr ausdrucksstark. Schönberg hatte es 1933 geschrieben, um bisher ungenutzte „Möglichkeiten, Griffe und Spielweisen“ zu erproben und die Instrumentalisten zu befähigen, „moderne Themen und Melodien vollendet zu spielen.“ Dieser Forderung Schönbergs vermochte das Solistenquartett in hohem Maße gerecht zu werden. Voller Energie und Emphase konzertierte es mit dem großen Orchester, und Charles Olivieri-Munroe ist es zu danken, dass er die neuartigen Klangkombinationen, vor allem im 3. und im 4. Satz, stark herausarbeitete. So gelang es, den Klangkosmos des Barock ins 20. Jahrhundert zu transponieren, und plötzlich waren alle Verwerfungen und Verunsicherungen der Gegenwart zu hören.
Zu hören waren auch die Verunsicherungen und Gefährdungen, denen Schönberg und seine Familie im Berlin des Jahres 1933 ausgesetzt waren. Arnold Schönbergs Konzert für Streichquartett und Orchester nach Händels 7. Concerto grosso op. 6 war die letzte Komposition, die er in Deutschland schrieb. Uraufgeführt wurde sie durch die befreundeten Musiker des Kolisch-Quartetts 1934 in Prag. Es stellt enorme Anforderungen an die Solisten. Das Quartett um Rudolf Kolisch galt im Europa der 1920-er und frühen 1930-er als d a s Quartett schlechthin, wenn es sich um Uraufführungen von Komponisten der Zweiten Wiener Schule, vor allem von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern handelte. Das eine so bedeutende Tradition in Jena fortgesetzt wird, ist ein Ereignis, das weit über die Saalestadt und den 30. Mai 2018 hinausreichen wird.

Im Dirigat der Orchesterfassung von Smetanas Streichquartett „Aus meinem Leben“, die der ungarisch-amerikanische Dirigent Georg Szell erstellt hatte, erwies sich Olivieri-Munroe ganz als Schüler des großen Jiří Bĕlohlávek, denn in dieser bewegenden musikalischen „Autobiographie“ Bedřich Smetanas überzeugte das Jenaer Orchester durch eine perfekte Balance aller Orchestergruppen und böhmische Klangfarben.
Jede Zuhörerin und jeder Zuhörer mag selbst entscheiden, ob ihnen Smetanas Streichquartett-Fassung oder die Bearbeitung für großes Orchester durch Georg Szell näher steht. In jedem Falle ist die musikalische Rückbesinnung Smetanas auf sein Leben, auf seine Jugend mit ihren romantischen Stimmungen und Sehnsüchten, mit ihren Leidenschaften und Tänzen, ist die Erinnerung an erste Liebe und Eheglück, aber auch an seinen Hörsturz und die beginnende Taubheit, eines der ergreifendsten Zeugnisse der Musikgeschichte. Gewiss ist die „intime“ Form des Streichquartetts dafür die passende Form. Die Orchesterfassung von Georg Szell vermag freilich vor allem durch den Einsatz der Hörner, der Flöte, der Holz-und Blechbläser viel von Bedřich Smetanas böhmischer Heimat zum Klingen zu bringen, sie vermag das Tinitus-Geräusch zu imitieren und den immer kleiner werdenden Hoffnungsschimmer hörbar zu machen. Georg Szell verstand die „Kunst der Bearbeitung“, und die Jenaer Philharmoniker verliehen Smetanas Musik ein Höchstmaß an Intensität und Authentizität.

Ein großer Abend der Jenaer Philharmonie, der vom Publikum mit viel Beifall gewürdigt wurde.

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