DER KLANG VON JENA

Jena, Foto: Christian Häcker, Collage: Peter Mühlfriedel
Jena, Foto: Christian Häcker, Collage: Peter Mühlfriedel

Wie klingt eigentlich Jena?
Hat die Stadt einen eigenen Sound?

DER KLANG VON JENA entwickelt sich immer mehr zu einer echten Institution im Jenaer Kulturleben. Ein ganzer Sonntag mit der Jenaer Philharmonie, der unter einer spannenden Überschrift steht und neben dem Höhepunkt, dem themenbezogenen Nachmittagskonzert im Volkshaus, einen abwechslungsreichen Vormittag mit Workshops, kleineren Konzerten und der Möglichkeit des Miterlebens und der aktiven Teilnahme für die ganze Familie verspricht.

Es sind Anstiftungen zum Hören, Spielen und Denken, die bewirken sollen, dass das Publikum selbst zum Klingen kommt. Wie klingt eine Stadt? Was ist der spezielle Sound von Jena? Welche Aspekte und gesellschaftlichen Themen können von einem Sinfonieorchester be- und verhandelt werden? Wie kommen wir zusammen? Was genau macht den Platz von Kultur in unserer Gesellschaft aus?

In der Spielzeit 2021.2022 werden die Vormittagsprogramme wieder in Kooperation mit anderen Jenaer Institutionen veranstaltet werden. Der Prozess der Öffnung der Jenaer Philharmonie, die neugierig und kommunikativ Synergien mit der Stadtgesellschaft ausprobiert, soll damit weiter vorangetrieben werden.
 

»Die Stille hören«

Stille ist nicht Nichts, sondern hat kon­temp­lati­ve, poli­tische und ästhe­tische Facetten. Die Corona-Krise hat unsere Wahrnehmung von Stille verändert. Wäh­rend des Lock­downs war der Klang der Städte ein anderer und nachweislich sind auch die Ozeane stiller geworden. Wir konnten dadurch erfahren, dass wir Menschen maßgeblich an Stille beteiligt sind.

Unser Kooperations­partner, das Max-Planck-Institut für Mensch­heits­ge­schich­te, untersucht die Wechsel­wirkung zwischen Mensch und Umwelt und lädt am Vormittag zu Live-Musik mit Musi­ker*innen der Jenaer Phil­harmo­nie, verschiedenen Work­shops und span­nende Stationen für die ganze Familie ein. Daneben wird es auch kurze Vor­träge von Wissen­schaftle­r*innen des Instituts geben, die u. a. Bezug auf die im Nach­mittags­konzert erklingenden Kom­positionen nehmen.

Hierin spielt u. a. der Violinist Jonian Ilias Kadesha das „Concerto funebre“ von Karl Amadeus Hartmann, das im Sommer 1939, in der nur schein­baren Stille vor dem Sturm entstand. Dirigiert wird das Konzert, das mit einer Einführung von Kurator Dr. Philipp Schäffler beginnt, von Roland Kluttig, Chef­dirigent der Grazer Phil­harmo­niker und der Oper Graz.

»Die Fantasie beflügeln«

Was macht die Musik so fantastisch? Welche Fantasien löst Musik aus?

Fabrice Bollon dirigiert sein eigenes Werk „In Taros Welt“, das aus drei klang­vollen, berau­schen­den Orchester­suiten für Kinder und Jugend­liche besteht.

Taro ist ein Fabel­wesen, das in der Fantasie jedes Einzelnen individuelle Gestalt annehmen kann. In Taros Zauber­garten lassen sich Märchen­figuren wie Dorn­röschen, der kleine Däum­ling oder eine chinesische Prin­zessin entdecken. Aber auch Aben­teuer und Gefahren lauern in dieser geheim­nisvollen Fantasie­welt. Das Orchester­stück ist eine Musik­collage über Werke von Maurice Ravel, Wolfgang Amadeus Mozart, Edvard Grieg, Manuel de Falla u. a.

Um „Taros Welt“ herum bietet die Jenaer Philharmonie gemeinsam mit Alexander Richter, Dirigent und künstle­rischer Leiter der Brass Band BlechKLANG, weitere Programm­punkte, die die Fan­tasie beflügeln.

»Rituale erleben«

Unter der Leitung von General­musik­direktor Simon Gaudenz und kuratiert von Alexander Richter widmet sich die Jenaer Phil­har­monie an diesem Tag dem Rausch, dem Tanz, der Eks­tase und der Medi­tation.

Welche Rituale braucht die Gesell­schaft heute? Wie können wir Gemein­schaft und Mit­einander herstellen? Welche musi­ka­lischen Formen sind dafür ge­eig­net?

Eingerahmt durch den Schlangen­beschwörungs­tanz „Sensemayá“ des mexika­nischen Komponisten Silvestre Revueltas und Igor Strawinskis orgias­tisches Opfer­ritual „Le Sacre du Prin­temps“ findet in Dmitri Kourliandskis Werk „The Riot of Spring“ eine fas­zinie­rende Auflösung der Grenze zwischen Bühne und Zuschauer­saal statt.

DER KLANG VON JENA 2021.2022

· Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Erlebnisse, Vorträge, Live-Musik, Workshops, Stationen für die ganze Familie, Snacks und Getränke

· Volkshaus/Ernst-Abbe-Saal

Konzerteinführung mit Prof. Dr. Rainer O. Neugebauer und Dr. Philipp Schäffler / Werke von Charles Ives, Karl Amadeus Hartmann, Arnold Schönberg und John Cage Jonian Ilias Kadesha, Violine / Mitglieder der Chöre der Jenaer Philharmonie / Jenaer Philharmonie / Roland Kluttig, Leitung