· Friedenskirche

 
 
Samstag 07.11.2020 20:00 Uhr

Friedenskirche

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DER KLANG VON JENA № 1
»Die Stille hören« – Das längste Orgelstück der Welt

Aufführung

John Cage:
„ORGAN²/ASLSP“

KMD Martin Meier
KMD Detlef Regel
Prof. Martin Sturm
Studierende der Orgelklasse an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Thüringer Organisten

Dauer: 20 Stunden
Startpunkt: Samstag, 07.11.2020, 20:00 Uhr
Endpunkt: Sonntag, 08.11.2020, 16:00 Uhr

Eintritt kostenfrei

1985 zunächst als Auftragsarbeit für das Semifinale eines berühmten Klavierwettbewerbs komponiert, schreibt der amerikanische Avantgarde-Komponist John Cage (1912-1992) das Stück 1987 mit Gerd Zacher für Orgel um: „ORGAN²/ASLSP“. Das Kürzel ASLSP steht für „As SLow aS Possible” („so langsam wie möglich“). Bei der Uraufführung erklang die Orgelkomposition innerhalb von 29 Minuten. Doch da gibt es durchaus ein „noch langsamer“. In der Halberstädter Burchardikirche erklingt beispielsweise seit Oktober 2013 eine Version über einen Zeitraum von 639 Jahren.

In Jena wird an diesem Wochenende passend zum Jahr 2020 eine 20-stündige Version zu hören sein. Kirchenmusikdirektor Martin Meier wird sich in Kooperation mit Professor Martin Sturm und dessen Orgelklasse an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie zahlreichen Kantoren aus Thüringen dieser Herausforderung stellen. Wenngleich die Kirche mit vielen Klängen erfüllt sein wird, verspricht das Stück doch eine Stilleerfahrung der ganz besonderen Art, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Über einen Livestream kann man die Aufführung auch von zu Hause aus erleben.

Eine Veranstaltung des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Jena

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projekts

SA. 07.11.2020, 19:00 Uhr, Friedenskirche | Einführung

Referent: Prof. Dr. Rainer O. Neugebauer
Dauer: 30 Minuten

Eine vierseitige Partitur, relativ überschaubar, mit acht Teilen/Sätzen und trotzdem vielen Fragen, von denen einige beantwortet werden, etwa: Was heißt „ASLSP“ und was heißt es insbesondere bei einer Orgel?

Rainer O. Neugebauer ist Historiker und Pädagoge, emeritierter Professor für Sozialwissenschaften, musikalischer Dilettant, skeptischer Agnostiker, Kuratoriumsvorsitzender der John-Cage-Orgel-Stiftung Halberstadt und u. a. mitverantwortlich für die Berechnung der Klangwechsel bei der Aufführung in Halberstadt.

SA. 07.11.2020, 23:00 Uhr, Johannisfriedhof | Lesung

»Writing through Essays by students on ›ASLSP‹«
Lesung: Dr. Philipp Schäffler
Dauer: 30 Minuten

Seit 20 Jahren besucht der Musikgrundkurs des Christlichen Gymnasiums zusammen mit ihrem Lehrer Dr. Philipp Schäffler das John-Cage-Orgelprojekt in Halberstadt. Dort erklingt Cages Stück nicht wie in Jena in 20 Stunden, sondern über eine Zeitdauer von 639 Jahren. Insgesamt waren es 354 Schülerinnen und Schüler, die sich mit diesem Projekt und der Musik Cages intensiv auseinandergesetzt haben. Entstanden sind 354 Essays über Cage, das Projekt in Halberstadt sowie eine Diskussion über Sinn und Unsinn dieses generationsübergreifenden Vorhabens.

Philipp Schäffler hat sich nun inspiriert von John Cage verschiedener Zufallsmethoden bedient, um aus den Essays einzelne Wörter und Sätze auszuwählen. Daraus ergibt sich ein neuer „Text“ der zwischen Klang, Bedeutung und Stille changiert.

SO. 08.11.2020, 11:00 Uhr, Friedenskirche | Gottesdienst

Leitung: Pfarrerin Elisabeth Wedding
Orgel: KMD Martin Meier
Dauer: 60 Minuten

John Cage beschäftigte sich – bevor er sich in den 1950er Jahren dem Zen-Buddhismus zuwandte – intensiv mit den Schriften des christlichen Mystikers Meister Eckhart. In einem Vortrag von 1949 bezeichnete er ihn sogar als einen Vorreiter der Modernen Musik. Doch Cages Bezüge zur Christlichen Mystik und Spiritualität sind nicht der primäre Grund für diesen Gottesdienst. Jeden Sonntag ist Gottesdienst. An diesem erklingt zur regulären Gottesdienstzeit immer noch die Komposition „ORGAN²/ASLSP“ von John Cage. Pfarrerin Elisabeth Wedding wird den Gottesdienst im Dialog damit gestalten und zwischen Wort, Glaube und aktuellem Klang vermitteln. An der Orgel sitzt passenderweise Kirchenmusikdirektor Martin Meier.

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