· Volkshaus/Großer Saal

 
 
Sonntag 07.04.2019 15:00 Uhr

Volkshaus/Großer Saal

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Kaffeekonzert № 3
»Bella Italia«

Gioachino Rossini:
Semiramide, daraus: Ouvertüre

Antonio Pasculli:
Concerto für Oboe und Orchester über Themen aus Donizettis Oper „La Favorite“

Hector Berlioz:
Le carneval romain, daraus: Ouvertüre

Giuseppe Verdi:
Nabucco, daraus: Ouvertüre

Pietro Mascagni:
Cavalleria rusticana, daraus: Intermezzo

Peter Tschaikowski:
Capriccio italien

Jesús Pinillus Riviera, Oboe
Jenaer Philharmonie
Ivo Hentschel, Leitung

Das dritte Kaffeekonzert ist eine kleine italienische Operngala, auch wenn einige der gespielten Stücke weder aus Italien noch aus Opern stammen und ihnen allen das Wichtigste fehlt: der Gesang.

Spätestens seit 1816 galt Rossini als wichtigster italienischer Opernkomponist seiner Zeit. Seine Oper „Semiramide“ von 1823 war die letzte, die er für eine italienische Bühne schrieb. Die Ouvertüre ist heute, wie so oft bei Rossini, als selbstständiges Instrumentalstück viel bekannter als die Oper, für die er sie komponiert hat. Gaetano Donizetti gehört zu den bedeutenden Opernkomponisten des Belcanto. Von ihm selbst wird heute Nachmittag zwar nichts gespielt, aber Sie hören Paraphrasen über Themen aus seiner Oper „La Favorita“, die der italienische Komponist und Oboist Antonio Pasculli zu einem kleinen Oboenkonzert zusammengestellt hat. Den Solopart spielt der junge Oboist Jesús Pinillos Rivera, der in der Barenboim-Said Foundation studiert hat und seit einem Jahr Mitglied der Mendelssohn-Orchesterakademie des Leipziger Gewandhausorchester.

Auch den französischen Komponisten Berlioz drängte es zur Oper. Weil „Benvenuto Cellini“ bei der Premiere an der Pariser Opéra 1838 durchgefallen war, gestaltete er aus ihr fünf Jahre später seine Konzertouvertüre „Le carnaval romain“. Das Englischhorn-Solo geht auf das Liebesduett zwischen Cellini und Teresa zurück. Der anschließende Saltarello wird ursprünglich im zweiten Bild auf der römischen Piazza Colonna gesungen und getanzt. Noch lange nach ihrer Entstehung nannte der Komponist dieses Stück seine „liebste Partitur“.

Hätte Verdi nichts anderes als seinen „Nabucco“ komponiert, so wäre ihm doch sein Platz unter den großen Opernkomponisten sicher. Die Ouvertüre spielt auf zwei Chöre der Oper an: zunächst den Chor „Il maledetta non ha fratelli“, dann, etwas abgeändert, den Gefangenenchor, der bei Verdis Begräbnis 1901 erklungen ist.

„Cavalleria rusticana“ war der erste Erfolg Pietro Mascagnis. Die in der sizilianischen Bauernwelt spielende Oper gilt als Beginn des italienischen Verismo, in dem die Künstlichkeit traditioneller Opernlibretti durch wirklichkeitsnahe Handlungen aus dem Volksleben ersetzt werden. Ihr Kernstück aber ist das rein instrumentale „Intermezzo“, das vor dem Duell zwischen Alfio und Turiddu erklingt.

Im Januar 1880 erlebte Tschaikowski den römischen Karneval. Zuerst davon abgestoßen, später doch beeindruckt, komponierte er sein „Capriccio italien“ als Fantasie über italienische Volksliedmelodien, die er teils aus Sammelbänden entnommen, teils aber mit eigenen Ohren auf der Straße gehört hatte.

Sebastian Urmoneit

Jenaer Philharmonie, Foto: Christoph Worsch
Jenaer Philharmonie, Foto: Christoph Worsch

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