· Volkshaus/Großer Saal

 
 
Sonntag 30.06.2019 17:00 Uhr

Volkshaus/Großer Saal

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Thementag »Dirigieren«
Sonntagskonzert № 5

Komponisten sind häufig auch Dirigenten gewesen. Zwei der drei Werke, die im letzten Sinfoniekonzert der Spielzeit 2018.2019 erklingen, wurden von ihren Verfassern auch uraufgeführt. So hob Richard Strauss selbst seine Tondichtung „Tod und Verklärung“ in Eisenach am 21. Juni 1890 aus der Taufe. Er war noch keine 25 Jahre alt, als er sich kompositorisch mit dem Sterben auseinandersetzte. Das Werk ist aber nicht, wie oft behauptet, ein tönend-autobiografischer Erlebnisbericht nach einer schweren Krankheit, sondern sein Versuch, die letzten Momente im Dasein eines Künstlers in Töne zu setzen.

Maurice Ravel plante zunächst, bei der Uraufführung seines G-Dur-Klavierkonzerts den Solopart selbst zu spielen. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich so stark, dass seine pianistischen Fähigkeiten sehr einschränkt waren. So überließ er Marguerite Long den Solopart bei der Uraufführung in Paris, die unter seiner Leitung stattfand. In den Ecksätzen verschaffte er dem Jazz Gehör: „Was am Jazz am meisten in Bann zieht, ist sein reicher und vielfältiger Rhythmus. Der Jazz ist eine sehr lebenskräftige Quelle für moderne Komponisten, und ich bin erstaunt, dass sich so wenige amerikanische Komponisten von ihm beeinflussen lassen“, erläuterte Ravel 1935.

Sein Violinkonzert komponierte Beethoven für Franz Clement, den Konzertmeister und Dirigenten des Theaters an der Wien. Weil sich die Entstehung sehr lange hinzog, blieben dem Solisten der Uraufführung nur zwei Tage zur Einstudierung. Dennoch muss Clement, der auch das Orchester leitete, grandios gespielt haben. Obwohl sich später Luigi Tomasini und Henri Vieuxtemps für Beethovens Violinkonzert einsetzten, waren ihren Aufführungen kaum mehr als Achtungserfolge beschieden. Erst als der gerade 13jährige Joseph Joachim den Solopart unter Mendelssohn Bartholdy spielte, konnte es sich durchsetzen.

Die Dirigierent(inn)en und Solist(inn)en sind allesamt ehemalige Studierende der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Sebastian Urmoneit

Richard Strauss:
Tod und Verklärung, Tondichtung op. 24 TrV 158

Maurice Ravel:
Klavierkonzert G-Dur

Ludwig van Beethoven:
Violinkonzert D-Dur op. 61

Anna Matz, Violine
Tatjana Kachko, Klavier
Jenaer Philharmonie
Piero Lombardi, Leitung
Marie Jaquot, Leitung

Ein Exzellenzkonzert in Kooperation mit der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Vortrag: »Die Geschichte des Dirigierens« von Prof. Kerstin Behnke
16 Uhr | Volkshaus Jena, Schaeffersaal

Dieser Thementag wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Weitere Informationen finden Sie hier.

DIe Jenaer Phlharmonie unter dem Dirigat von Simon Gaudenz, Foto: Christoph Worsch

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