Samstag 01.12.2018 11:00 Uhr

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Thementag »Déjà-vu«

Leonardo da Vinci: „Mona Lisa“, um 1503
Leonardo da Vinci: „Mona Lisa“, um 1503

Dieser Tag nähert sich dem Phänomen des „schon einmal Gesehenen“ aus mehreren Richtungen: Konzerte, eine Klanginstallation, eine interaktive Konzerteinführung, ein Symposium, in dem das Phänomen kulturgeschichtlich und neuropsychologisch thematisiert und diskutiert wird sowie verschiedene Workshops und Stationen laden zum Hören, Sehen, Staunen und Machen ein.
Der Höhepunkt: Ehrendirigent Andrey Boreyko dirigiert in Jena – ein Déjà-vu für alle hiesigen Konzertliebhaber. In seinem anspruchsvollen Programm erklingt Strawinskis „Feuervogel“, den er auch 1998 bei seinem Eröffnungskonzert dirigiert hat. Viel Spaß beim Entdecken!

11:00 Uhr · Familienkonzert

Das Wiener Glasharmonika Duo Schönfeldinger

Ursprünglich der letzte Schrei im Konzertzimmer, heute fast vergessen: die Glasharmonika und das Verrophon.
In diesem Konzert lernt die ganze Familie zwei Instrumente mit so intensivem wie außergewöhnlichem Klang kennen. Diesen Einblick gewähren das Wiener Duo Schönfeldinger - es gehört zu den weltweit besten Glasinstrument-Interpreten. Freuen Sie sich auf ungewöhnliche Instrumente und feinsinnige Klänge.

Das Ehepaar Schönfeldinger​ gehört zu den weltweit führenden Interpreten auf Glasharmonika und Verrophon – Glasinstrumenten der heutigen Zeit.

Ort: Volkshaus, Großer Saal

ab 11:00 Uhr · Interaktive Videostation

Sandra Bach zeichnet live Ihr Déjà-vu. Über einen Greenscreen erwecken wir die Erinnerung zum Leben.

Ort: Volkshaus, Lounge

ab 11:00 Uhr · Optische Täuschungen

vorgestellt vom Deutschen Optischen Museum und der Imaginata

Ort: Volkshaus, Foyer

11:45 Uhr · Lesung

»Der kleine Wassermann« von Otfried Preußler

Im Mühlenweiher wohnt der kleine Wassermann. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Karpfen, entdeckt er die Welt der Fische, Schnecken und Muscheln und erlebt dort viele spannende Abenteuer. Wenn der Weiher im Winter zufriert, geht die Wassermannfamilie schlafen.

Der Schauspieler und Sprecher Hans-Jürgen Schatz, der für seine Interpretation des berühmten amerikanischen Kinderbuchs „Der Zauberer von Oos“ den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ und für seine Einspielung der musikalischen Erzählung „Paddington Bärs erstes Konzert“ den Deutschen Musikpreis „ECHO KLASSIK“ erhalten hat, liest Ausschnitte aus „Der kleine Wassermann“ von Otfried Preußler.

Ort: Volkshaus, Großer Saal

12:30 Uhr · Klanginstallation

»Déjà-vu - Déjà entendu?«

Der Musiker, Komponist und Elektroakustiker Tim Helbig bringt mit seiner Klanginstallation das Geräusch ins Spiel der vermeintlichen Erinnerungstäuschungen.  Unter Verwendung verschiedener Klang-Materialien kommen neben Aufnahmen von Instrumenten des Orchesters ebenso Klänge von Stimmen und Menschen zum Tragen. Diese werden jedoch vorzugsweise mit elektroakustischen Techniken verfremdet und über die Klanginstallation im Treppenhaus projiziert. Hierbei entsteht ein nicht immer eindeutig identifizierbares Klangbild bzw. sind die Klangquellen für den Besucher nicht eindeutig zu klären: Der Klang selbst wird zum Objekt.

Ort: Volkshaus, Treppenhaus

14:00 Uhr · Konzert-Hinführung

»Armonica« für Orchester von Jörg Widmann

Eine Konzerteinführung der etwas anderen Art mit Silke Egeler-Wittmann und dem Solisten des Abends Roman Yusipej (Akkordeon):
Wie gelingt es einem Orchester, sich gemeinsam in einem großen Ensemble auf einen Klang einzuschwingen, zu einem Höhepunkt anzuschwellen und wieder auszuschwingen? Wie kann ein Orchester atmen? Welche Klangmischungen lassen die Glasharmonikaklänge schweben und können eine mystische Atmosphäre erzeugen? Diesen Fragen wird praktisch nachgegangen. Mit Gläserklängen, Akkordeon, vielen anderen Instrumenten und der eigenen Stimme spüren die Teilnehmer selbst spielend dem Klangkosmos in Jörg Widmans „Armonica“ für Orchester nach.

Silke Egeler-Wittmann ist Gymnasiallehrerin für Musik und Deutsch und engagiert sich bundesweit in der Vermittlung Neuer Musik.

www.abenteuer-neue-musik.de

Ort: Volkshaus, Oberlichtsaal

14:00 Uhr · Workshops

Drei Workshops laden ein, sich mit dem Phänomen „Déjà-vu“ intensiver zu befassen: Vom kreativen Schreiben bis zur musikalischen Improvisation, vom freien Erzählen bis zum Erfinden von Musik.
Voraussetzung: Neugier und Freude am Experimentieren

14:00 Uhr · Symposium »Déjà-vu«

Die kulturhistorische Sicht

Im Vortrag geht es zunächst darum, was man unter „Déjà-vu“-Erfahrungen versteht und welche kulturhistorische Bedeutung diesen Erfahrungen zukommt. Hierbei wird die Verbindung zum Traum, zur Reinkarnation (Seelenwanderung) und zur Zukunftsvorhersage (Präkognition) hergestellt. An ausgesuchten historischen Beispielen der Religions- und Kulturgeschichte werden die Beziehungen verschiedener Phänomene zum „Déjà-vu“ illustriert.

Prof. Dr. Uwe Wolfradt studierte Psychologie, Ethnologie, Sinologie, Verhaltensbiologie und Psychopathologie an den Universitäten Bonn und Freiburg i. Br. Prof. Dr. Uwe Wolfradt ist seit 2009 außerplanmäßiger Professor am Institut für Psychologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kulturpsychologie, Klinische Aspekte der Persönlichkeit und die Geschichte der Psychologie.

Ort: Volkshaus, Schaeffersaal

14:00 Uhr · Lesung

Das Phänomen des »Déjà-vu« in der Literatur

In der Lesung zu Thema „Déjà-vu“ mit und von Christian Heß mischen sich Autoren wie Proust, Poe, Tennyson oder Rosetti unter eigene Texte von Christian Heß und Günther Sturmlechner. Die vielfältigen literarischen Perspektiven reflektieren das Phänomen des schon einmal Gesehenen auf eine überraschende Weise. Gemeinsam wird der Möglichkeitsraum Literatur erkundet, erlebt und ausgekostet.

Christian Heß ist Autor und Theaterschaffender. Er partizipiert auf Poetry-Slams und Lesungen und inszeniert Dramen und Kurzfilme. Die von ihm gegründete freie Theatergruppe MACHTSCHIEFLAGE [maktʃiflɑʒ], leitet er als Regisseur und Autor.

Günther Sturmlechner studierte Schauspiel am Kärntner Landeskonservatorium in Österreich. Nach zwei Jahren als Ensemblemitglied am Theater Rudolstadt, zog er für sein Masterstudium der Sprechwissenschaften nach Halle (Saale), wo er als freier Autor an seinem ersten Roman arbeitet.

15:00 Uhr · Konzert-Hinführung

»Chant funebre« und »Der Feuervogel« von Igor Strawinski

„Schafft die verdammten Programmhefte ab!“ meinte kürzlich Igor Levit, der derzeit als einer der spannendsten und besten Pianisten der Gegenwart gehandelt wird.
Unsere Konzert-Hinführung zu Igor Strawinskis im Nachmittagskonzert erklingenden Werken „Chant Funebre“ und „Der Feuervogel“ macht damit Ernst: Hier gibt es keine Informationen zu den Stücken und dem Komponisten, die man üblicherweise im Programmheft lesen könnte. Vielmehr wird die Geste in den Mittelpunkt gestellt. Gesten sind Bewegungen des Körpers und gleichzeitig Bestandteil kommunikativer Vorgänge. Auch die Musik steckt voller Gesten. Und so werden in dieser experimentellen Konzert-Hinführung zahlreiche musikalische Gesten aus Strawinskis Kompositionen auf unterschiedliche Weisen körperlich nachvollzogen – und ermöglichen auf ganz unmittelbare Weise eine Annäherung an die Musik. Ob sich so beim Konzert dann ein Déjà-vu-Erlebnis einstellt, wird sich zeigen.

Dr. Philipp Schäffler ist Lehrer für Musik und Globales Lernen hat Lehraufträge an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar inne. Er engagiert sich deutschlandweit für eine lebendige Musikvermittlung.

Ort: Volkshaus, Oberlichtsaal

15:00 Uhr · Symposium »Déjà-vu«

Das Phänomen aus neuropsychologischer Sicht

„Déjà-vu“-Erfahrungen sind Erlebnisse, die häufig vorkommen. Es wird dargestellt, unter welchen Bedingungen sie auftreten und mit welchen Gefühlen sie verknüpft sind. Neben kognitions- und gedächtnispsychologischen Erklärungsmodellen sollen neuropsychologische Mechanismen zur Entstehung von „Déjà-vu“-Erfahrungen präsentiert werden. Schließlich wird der Frage nachgegangen, wann ein „Déjà-vu“ normal oder klinisch auffällig ist.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Uwe Wolfradt.

Ort: Volkshaus, Schaeffersaal

16:15 Uhr · Präsentation der Workshops

Erleben Sie drei verschiedene Ansätze zur Annäherung an das eine Thema. Die WorkshopteilnehmerInnen präsentieren mit unterschiedlichen Methoden ihre Ergebnisse zum Motto „Déjà-vu“.

Ort: Volkshaus, Schaeffersaal

17:00 Uhr · Sonntagskonzert № 2 am Samstag

„Andrey Boreyko und seine Klangwelt“

19:30 Uhr · Konzertgespräch

mit dem Ehrendirigenten Andrey Boreyko sowie den Musikern der Jenaer Philharmonie Bernd Hammrich und Johannes Schranz

Ort: Volkshaus, Schaeffersaal

20:30 Uhr · Poetry-Slam »Déjà-vu«

Poesiewettstreit, Dichterschlacht, Wortkampf - es gibt viele Versuche, den Titel Poetry-Slam in die deutsche Sprache zu übersetzen. Der Inhalt jedoch würde gleich bleiben: Dichter lesen ihre eigenen Texte – hier in Assoziation zu „Déjà-vu“ – und stellen sich danach dem gnadenlosen Urteil der Masse, die durch Applausstärke ihren Favoriten bestimmt.

Die Schlacht eröffnen die gegenwärtige Stadtschreiberin Hannah Zufall mit einem neu komponierten Text, begleitet von Bruno Osinski, Solo-Tubist der Jenaer Philharmonie. Zum Kampf treten an: Levin Simmet, Jan Lindner, Linn Dittner, Teresa Reichl, Lara Ermer und Jakob Schwerdtfeger. Der Dirigent des Spiels ist Johannes Elster, einer der gefragtesten Moderatoren für Poetry-Slams. Damit die Stimmung dabei nicht zu hoch kocht, greift Alma-Sophie Starke vor der Entscheidung der Finalisten zum Cello, um mit seidenweichen Klängen die Menge zu beruhigen ...

Ort: Volkshaus, Großer Saal

Preise

Thementag:
20 € Familienticket (max. 2 Erwachsene)
10 € Voll
  5 €  Ermäßigt*

Gültig für alle Angebote des Thementages.
Das Nachmittagskonzert und der Poetry-Slam ausgenommen.

Nachmittagskonzert / Sonntagskonzert Nr. 2
Preise wie hier angegeben.

Poetry-Slam:
10 € Voll
10 € Kombiticket für Schüler und Studierende
(Konzert und Poetry-Slam, begrenzt auf 55 Karten - first come first serve)
  5 €  in Verbindung mit Thementags- oder Konzertkarte
  5 €  Ermäßigt*

Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt zu allen Veranstaltungen.

* Übersicht der Ermäßigungsberechtigungen hier.

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