· Volkshaus/Großer Saal

 
 
Samstag 01.12.2018 17:00 Uhr

Volkshaus/Großer Saal

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Thementag »Déjà-vu«
Sonntagskonzert № 2 am Samstag

Der ehemalige Chefdirigent und Ehrendirigent der Jenaer Philharmonie Andrey Boreyko hat für dieses Konzert als Höhepunkt unseres 2. Thementages, der ganz unter dem Zeichen des „Déjà-vu“ steht, Kollegen eingeladen, die mit ungewöhnlichen Instrumenten und unbekannten Werken überraschen. Und er erinnert musikalisch an seine erste Begegnung mit dem Orchester ...

Zdeněk Fibich:
Vodník – Der Wassermann – Melodram op. 15

Jörg Widmann:
Armonica für Orchester

Igor Strawinski:
Chant funèbre
Feuervogel-Suite Nr. 3

Christa Schönfeldinger, Glasharmonika
Roman Yusipey, Akkordeon
Hans-Jürgen Schatz, Sprecher
Jenaer Philharmonie
Andrey Boreyko, Leitung

Dieser Thementag wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Als „Déjà-vu“ lässt sich die geheimnisvolle Wiederkehr des Vergangenen bezeichnen.

In seinem Melodram „Der Wassermann“ vertonte Zdeněk Fibich eine schauerliche Ballade des tschechische Dichters Karel Jaromír Erben, die schon Dvořák zum Sujet einer sinfonische Dichtung gewählt hatte. Der Wassermann zerrte ein Mädchen als Braut in den See. Einen Besuch ihrer Mutter gestattete er ihr nur widerwillig. Und als sie von dort nicht zurückkehrte, tötete er ihr gemeinsames Kind.

Sein Orchesterwerk „Armonica“ komponierte Jörg Widmann 2006 als „ein Klangstück“ für die Wiener Philharmoniker. Zu den Orchestermusikern, die er getroffen hatte, gehörte auch Christa Schönfeldinger. Nachdem sie ihm Mozarts „Adagio für Glasharmonika“ vorgespielt hatte, war ihm sofort klar, wie sein Stück für dieses Orchester klingen sollte.

Im Juni 1908 erfuhr Igor Strawinsky vom Tod seines Kompositionslehrers Nikolai Rimsky-Korsakow. Nach der Trauerfeier schrieb er für ihn die Gedenkkomposition „Chant funèbre“. Nach ihrer Uraufführung ist die Partitur verloren gegangen. „Ich entsinne mich der Musik nicht mehr, aber sehr gut noch der Idee, die ihr zugrunde lag. Es war ein Trauerzug aller Soloinstrumente des Orchesters, von denen eines nach dem anderen seine Melodie wie einen Kranz auf das Grab des Meisters legte.“ Während Umzugsarbeiten  tauchte das für verschollen geglaubte Werk Anfang 2015 in einen Lagerraum des Konservatoriums, an dem Rimsky-Korsakow unterrichtet hatte, wieder auf.

Sein erstes Ballett „Der Feuervogel“ komponierte Strawinsky auf ein Libretto Michel Fokines, das eines der beliebtesten russischen Volksmärchen tanzbar macht.

Strawinsky gestaltete schon ein Jahr später eine Konzertsuite, der er acht Jahre später eine zweite folgen ließ. 1945, als er in den USA lebte, fertigte er schließlich noch eine dritte Suite für eine neue Choreographie Adolph Bolms an, in der er auch die Musik für die pantomimischen Abschnitte einbezog.

Sebastian Urmoneit

Andrey Boreyko, Foto: Richard de Stoutz
Andrey Boreyko

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