Bravouröser Kammerkonzertauftakt der Jenaer Philharmonie

Meisterliches von Mozart und Beethoven

Nicht nur für Kenner gedieh das Kammerkonzert Nr. 1 der neuen Spielzeit unter dem Motto „Die letzten Sonaten“ zu einem nahe gehenden Erlebnis mit Camelia Sima am Klavier und dem Konzertmeister Marius Sima.

In der Reihe der Sonaten für Violine und Klavier von Wolfgang Amadeus Mozart ist jene in A-Dur (KV 526) die letzte. 1787 komponiert, eine Art Fazit der bisherigen Entwicklung dieses Genres aus seiner Feder. Das klassische Format der Themenentwicklung ist bereits im ersten Satz zu vernehmen. Liedhaftes Duettieren im Andante, ein Satz voller Poesie. Ihm folgt als Abschluss ein Allegro, das bereits Züge der später üblichen Scherzi aufweist - Freude am Musizieren auf den Tasten und der Violine pur. Die beiden Interpreten in ihrem Element.

Die Steigerung dann - was damals aktuellen Zeitgeist und Stilistik betrifft - bei der Wiedergabe von Beethovens Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 96. Er komponierte sie parallel zu einer 7. und 8. Sinfonie. Klassisches Format in vier Sätzen. Übliche Themendisposition im Eingangssatz, das Klavier intoniert dann ein gedankenvolles Andante, gefolgt vom vorwärtsdrängenden Scherzo. Im abschließenden Poco Allegro ist den Interpreten noch einmal die Möglichkeit gegeben, den motivischen Reichtum in einer Art Variation quasi zu zelebrieren - jeder auf seine Weise und immer die perfekte virtuose Gemeinsamkeit im Blick.

Nicht Ende wollender Applaus. Vor Jahrzehnten noch war so etwas nur mit prominenten Gästen im Rahmen der „Stunde der Musik“ möglich. Welch sagenhafte Entwicklung heutzutage in der Jenaer Philharmonie mit ihrem Konzertmeister, seinen Vertreterinnen und den vielen Solisten einschließlich Bläser.

Zugaben mussten sein nach solch meisterlichen Interpretationen, wobei „Liebesfreud“ und „Schön Rosmarie“ von Fritz Kreisler eine ganz andere, aber uns über die Zeiten vertraute Wiener Szenerie offenbarte. Seine Biografie (1875-1962) - ein Thema für sich gerade in unseren Tagen.

Hans Lehmann

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