Kammermusik und Lieder von Franz Schubert

Reichtum der Gefühle in der Musik

Das 5. Kammerkonzert der Jenaer Philharmonie war erneut ein Publikumsmagnet, diesmal mit Meisterwerken von Franz Schubert aus seinen letzten Lebensjahren.

Jeannina Gutiérrez de Sommer (Violine), Bettina Wappler (Violine), Hasmik Karapetyan (Viola) und Christiane Backhaus (Violoncello) begannen mit dem Streichquartett Nr. 13 a-Moll op. 29 „Rosamunde“, vier Jahre vor seinem Tod 1824 komponiert. Ein in seiner Form ungewöhnliches Stück in diesem Genre, beinahe inhaltlich an Symphonisches oder an Balladen erinnernd. Dramatisch beginnend über ein liedhaft anmutendes Andante hin zum Menuetto voller Melancholie, aber auch Aufbrüchen bis zum rhythmisch betonten Abgesang –  von den Musikerinnen eindrucksvoll interpretiert. Sie vermochten Akzente zu setzen, stimmig im Blick auf den dann folgenden Zyklus „Winterreise“.

Inhaltlich geht es Schubert in den 24 Liedern mit Texten von Wilhelm Müller -ein Jahr vor seinem Tod komponiert- um einen Wanderer, der durch seine Welt und Zeit zieht. Im Original mit Klavierbegleitung, an diesem Vormittag mit Streichquartett in einer Bearbeitung von Jens Josef, eine Premiere, und selbst für Kenner eine Überraschung, wobei der Tenor Uwe Stickert (Bild) inhaltlich alle Nuancen von Lyrisch bis Dramatisch zu gestalten wusste. Und dies mit einer Auswahl von zehn Liedern, beginnend mit „Gute Nacht“, über „Wetterfahne“, „Frühlingstraum“ und anderen bis zum vertrauten „Leiermann“ am Ende. Alles in allem ein Kunsterlebnis der besonderen Art, vom Publikum mit reichlich Beifall bedankt.

Hans Lehmann

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