Pure Spielfreude

Die Jenaer Philharmonie

Jenaer Philharmonie, Foto: Nikolaj Lund
Jenaer Philharmonie, Foto: Nikolaj Lund

»Die Jenaer Philharmonie spielt auf einem derart hohen Niveau, dass die Stadt stolz sein kann, ein Orchester dieser Qualität zu haben.«

SIMON GAUDENZ

Im Kultur­leben der Stadt Jena und des Freistaats Thüringen spielt die Jenaer Phil­har­monie seit Jahr­zehnten eine bedeu­tende und unverzicht­bare Rolle. Sie entwickelt neben ihrer regionalen Qualität als größtes Konzert­orchester Thürin­gens zunehmend die Wirkung eines nationalen und inter­nationalen Aushänge­schilds und ist für Solisten und Gast­dirigenten von höchstem inter­nationalem Niveau eine gern wahr­genommene Adresse.

Ein Allein­stellungs­merkmal der Jenaer Phil­har­monie sind die drei dem Orchester ange­schlos­senen Chöre – Phil­har­monischer Chor, Madrigal­kreis und Knaben­chor –, durch die die chor­sinfonische Musik einen wichtigen Part in der Arbeit des Orchesters einnimmt.

Das beson­dere Anliegen der Öffnung der Orcheste­rarbeit in die Stadt hinein und die Profi­lierung von Ange­boten für unter­schied­lichste Ziel­gruppen hat in den letzten Jahren eine Reihe neuer Formate hervor­gebracht, die für Viel­falt, Experi­men­tier­freude und die Lust an außer­gewöhn­lichen Koope­ra­tionen stehen und die ein junges, extrem enga­giertes Orchester in stän­diger Bewe­gung zeigen. Insbe­sondere der auch über­regional enthu­sias­tisch wahr­genom­mene und zu Gast­spielen einge­la­dene Mahler-Scartazzini-Zyklus sowie auch das als Experi­men­tier­feld ange­legte Format DER KLANG VON JENA finden in der Stadt großen Anklang. Mit Konzerten an unter­schied­lich­sten Orten, etwa im Volks­bad, im Kassa­blanca oder im TRAFO, in verschie­denen Locations der Universität sowie mit der jährlich statt­fin­denden Arena­Ouvertüre auf dem Fest­platz Lobeda-West befindet sich die Jenaer Phil­har­monie im ständigen Dialog mit den Menschen in ihrer Stadt.

Mit Kreati­vität und Hingabe widmen sich die Musike­rinnen und Musiker der Jenaer Phil­har­monie der Musik­ver­mittlung. So treten sie beispiels­weise auch in Schulen und Kinder­gärten in der Stadt Jena und den umlie­genden Land­kreisen auf, unterstützt von der Phil­har­moni­schen Gesell­schaft Jena e. V. im Rahmen des Netz­werks „MUSIK macht schlau“, um auch bei jungem Publikum nach­haltig Begeis­terung für Musik zu wecken. Für die Hoch­schule für Musik FRANZ LISZT Weimar ist das Orchester seit mehr als fünfzig Jahren wich­tiger Koope­ra­tions­partner bei der Ausbildung des Dirigier­nach­wuchses sowie bei den jährlich statt­fin­denden inter­nationalen Weimarer Meister­kursen.

Einen beson­deren Stellen­wert besitzt für die Jenaer Phil­har­monie die Pflege und Ausweitung ihrer künstle­rischen Strahl­kraft. Seine inten­sive Gast­spiel­tätigkeit führte das Orchester u. a. in die Alte Oper Frank­furt, in die Kölner Phil­har­monie, ins Konzert­haus Berlin, in die Tonhalle Zürich, zum Pariser Radio France sowie nach Italien, in die Schweiz, nach Polen, Slowe­nien, in die Slowakei und nach Arme­nien. Im Winter 2018/2019 absol­vierte die Jenaer Phil­har­monie eine erfol­greiche China­tournee. In der neuen Spiel­zeit stehen weitere hoch­karätige Gastspiele, u. a. mit mehreren Konzerten beim Festival Murten Classics, im Konzert­haus Dort­mund, in Würz­burg und Göttingen sowie mit dem Mahler-Scartazzini-Zyklus IV in Worms und Mühl­heim im Kalender. Zahl­reiche CD-Einspie­lungen mit bekanntem wie auch mit außer­ge­wöhn­lichem Reper­toire unter­streichen die hohe Qualität und Viel­seitig­keit des Orchesters.

1999 und 2002 gewann die Jenaer Phil­har­monie die Auszeich­nung des Deut­schen Musik­verleger-Verbands für das beste Konzert­programm der Saison. Von 2017 bis 2020 wurde das Orchester im Programm „Exzellente Orchester­landschaft Deutsch­land“ von der Bundes­regierung gefördert. Seit Herbst 2005 ist die Jenaer Phil­har­monie Mitglied im Euro­pä­ischen Orchester­netz­werk ONE® („Orchestra Network for Europe“).

Vor über achtzig Jahren als Städti­sches Sinfonie­orchester Jena gegründet, erhielt die Jenaer Phil­har­monie am 21. September 1969 ihren heutigen Namen. Unter dem damaligen Chef­diri­genten Günter Blumhagen (1967-1980) wurden die Musiker­stellen auf 85 erhöht. Als General­musi­kdirek­toren folgten Christian Ehwald (1981-1988), Andreas S. Weiser (1990-1998), Andrey Boreyko (1998-2004), Nicholas Milton (2004-2011) und Marc Tardue (2011-2017), bevor mit der Spielzeit 2018.2019 Simon Gaudenz die Leitung des Orchesters übernahm. Heimat der Jenaer Phil­har­monie ist das 1902/1903 erbaute Volks­haus mit dem prächtigen Ernst-Abbe-Saal, in dem pro Spielzeit 17 Abonnements­konzerte und zahl­reiche Sonder­konzerte stattfinden. Das Orchester zeichnet sich zudem durch eine große Vielfalt kammer­musi­ka­lischer Aktivi­täten aus. Zahl­reiche Kammer­musik­ensem­bles des Orchesters bereichern die Konzert­reihen mit eigenen Programmen.