Mit seinem Requiem widmete sich Antonín Dvořák 1890 einem der ältesten Texte der christlichen Liturgie und schuf zugleich ein Werk von zutiefst persönlicher Ausdruckskraft. In seiner reifen Schaffensphase entstanden, gehört es neben dem Stabat Mater und dem Te Deum zu seinen bedeutendsten geistlichen Werken. Für das Birmingham Music Festival komponiert, wurde es dort 1891 unter Dvořáks Leitung uraufgeführt. Mächtige Chorsätze und dramatische Ausbrüche stehen darin neben innigen, von großer Ruhe und Zartheit geprägten Passagen. So wird aus der Totenmesse ein Werk über Trauer und Trost, Dunkelheit und Hoffnung. Im Rahmen des Spielzeitschwerpunkts „Planet Dvořák“ eröffnet das Requiem einen besonderen Blick auf einen Komponisten, dessen Schaffen weit über die mit böhmischer Natur und Volkstradition verbundenen Werke hinausreicht. Hier zeigt sich Dvořák von einer nachdenklichen, existenziellen Seite. Zwischen Volkstrauertag und Totensonntag lädt diese Musik dazu ein, sich den großen Fragen nach Abschied, Verlust und Hoffnung zu stellen. /JN
Programm
Antonín Dvořák:
Requiem für Sopran, Alt, Tenor, Bass, vierstimmigen gemischten Chor und Orchester op. 89
Mitwirkende
Maryna Zubko, Sopran
Sarah Mehnert, Alt
Václav Vallon, Tenor
Jovan Koščica, Bass
Philharmonischer Chor Jena
Jenaer Madrigalkreis
Jenaer Philharmonie
Berit Walther, Leitung


