Lili Boulangers „D’un matin de printemps“ eröffnet den Abend mit einer Musik, die ihre Wirkung aus Beweglichkeit, feinen Klangfarben und überraschenden harmonischen Wendungen bezieht. 1917/1918 entstanden, gehört das kurze Orchesterstück zu den letzten Kompositionen der früh verstorbenen Französin. Erwin Schulhoffs Erste Sinfonie führt anschließend in eine ganz andere Klangwelt. 1924/1925 komponiert, zeugt sie von Schulhoffs großer Eigenständigkeit im Umgang mit den musikalischen Strömungen seiner Zeit. Rhythmische Prägnanz und scharfe Kontraste prägen die dreisätzige Sinfonie. Nach der Pause steht Johannes Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 im Mittelpunkt. Das 1859 uraufgeführte Werk entstand aus einer frühen Auseinandersetzung mit der Gattung der Sinfonie und trägt entsprechend stark sinfonische Züge. Die Klavierstimme ist dabei weit mehr als ein virtuoser Gegenpart zum Orchester: Beide treten in einen anspruchsvollen musikalischen Dialog. Am Flügel ist Anton Gerzenberg zu erleben, dessen Interpretationen von klanglicher Differenziertheit, intellektuellem Tiefgang und gestalterischer Risikofreude geprägt sind. /JN
Programm
Lili Boulanger:
„D’un matin de printemps“ („An einem Frühlingsmorgen“) für Orchester
Erwin Schulhoff:
Sinfonie Nr. 1 op. 50
Johannes Brahms:
Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
Mitwirkende
Anton Gerzenberg, Klavier
Jenaer Philharmonie
Sergej Bolkhovets, Leitung


