· Rathausdiele

  Sonntag 18.10.2026 11:00 Uhr

Rathausdiele

Kammerkonzert № 1

Im ers­ten Kam­mer­kon­zert der Sai­son begeg­nen sich zwei Werke aus dem Umfeld des Pari­ser Con­ser­va­toire um 1900: Henri Mar­teaus „Acht Lie­der“ für Sing­stimme und Streich­quar­tett und Mau­rice Ravels einzi­ges Streich­quar­tett. Mar­teau, 1874 in Reims gebo­ren, stu­dierte ab 1891 in Paris und wurde als Vio­li­nist inter­na­tio­nal gefei­ert. Seine Lie­der op. 10 ent­stan­den 1905 und ver­bin­den die Aus­drucks­welt des Lie­des mit der Eigen­stän­dig­keit des Streich­quar­tetts: Die vier Strei­cher sind weit mehr als Beglei­tung, sie kom­men­tie­ren, ver­dich­ten und erwei­tern die musi­ka­li­sche Aus­sage der Gesangs­stimme. Ravel, nur ein Jahr jün­ger, stu­dierte am sel­ben Haus bei Gabriel Fauré, dem er sein 1902/1903 ent­stan­de­nes Streich­quar­tett F-Dur wid­mete. Das Werk stieß am Con­ser­va­toire auf Wider­spruch – selbst Fauré äußerte sich zurück­hal­tend. Mit sei­ner präg­nan­ten Form und rhyth­mi­schen Beweg­lich­keit zählt das Quartett heute zu den prä­gen­den Wer­ken der fran­zö­si­schen Moderne; beson­ders der zweite Satz mit sei­nen mar­kan­ten Pizzi­cati zeigt Ravels Gespür für klang­li­che Fein­zeich­nung. Zwei Schü­ler der­sel­ben Ins­ti­tu­tion, zwei grund­ver­schie­dene Posi­tio­nen: der eine mit dem Pre­mier Prix des Con­ser­va­toire aus­ge­zeich­net, fest im deutsch-fran­zö­si­schen Musik­le­ben ver­an­kert und der Tra­di­tion der Spät­ro­man­tik ver­bun­den, der andere ohne Stu­dien­ab­schluss und mit einer Ton­sprache, die sich schon früh gegen die ästhe­ti­schen Erwar­tun­gen eben­die­ses Hau­ses behaup­tete. Der eine ins­ti­tu­tio­nell geehrt, der andere zurück­ge­wie­sen und doch von der Musik­welt längst gefei­ert. /JN

Programm

Henri Marteau:
Acht Lieder für Singstimme und Streichquartett op. 10

Maurice Ravel:
Streichquartett F-Dur op. 35

Mitwirkende

Susanne Veeh, Mezzosopran
Alexander Lesch, Violine
Maria Holzer-Graf, Violine
Sebastian Hensel, Viola
Carmen Dreßler, Violoncello

Hinweise

An den Abend-/Tages­kas­sen am Ver­an­stal­tungs­ort ist ab sofort keine Barzah­lung mehr mög­lich. Hier kön­nen Sie aus­schließ­lich mit EC- bzw. Debit­karte, Kre­dit­karte, der Jenaer City­Card oder den neuen Jena­Kul­tur Gut­scheinen bezah­len sowie Wahl­abon­ne­ment-Ticket­gut­scheine ein­lö­sen.

Foto: Pixabay
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